Eine grüne Oase im Großstadtgetümmel? Gibt’s in Eppendorf! Hier könnt ihr im Frühjahr ein kleines Rosenparadies entdecken. Der perfekte Ort für alle, die im Grünen etwas Ruhe suchen, ohne Hamburg zu verlassen.

Ein romantischer Ausflug durch Eppendorf Lisa Knauer

Im Garten der Alma l'Aigle duftet es ein wenig nach Rosen und Apfelbäumen. Hier und da steht ein Bänkchen, auf dem man es sich mit einem Kaffee oder einem guten Buch gemütlich machen kann. Und dann solltet ihr eins machen: die Ruhe genießen. Dabei ist die Geschichte, die hinter dem Park steckt wirklich schön.

Bereits 1888 kaufte der Jurist Dr. Friedrich Alexander de l'Aigle ein 8.000 Quadratmeter großes Grundstück nördlich des heutigen Lokstedter Wegs. Der Zweck? Nicht etwa der Bau einer großen Riesenvilla, sondern ein bescheidenes Häuschen für seine Familie. Mit viel Platz für einen Garten mit Obst und Gemüse. Mit diesem Anbau will die Familie den eigenen Bedarf decken.

Und wie kam es zu dem Namen?

Der Name wurde nach der ältesten Tochter der l'Aigle Familie benannt: Alma wuchs auf dem Anwesen mit dem großen Nutzgarten gemeinsam mit ihren zwei kleinen Schwestern auf. Was nach einer Kindheit im Paradies klingt, ist aber mit harter Arbeit verbunden: Immerhin muss jeder Apfel und jede Erbsenschote gehegt und gepflegt werden, damit sie diese auf dem Markt gewinnbringend verkaufen können, um damit den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen.

Almas Vater entdeckt das Kunstinteresse und den grünen Daumen seiner ältesten Tochter. Zudem erweist sich Alma als Schreibtalent. In einem ihrer Bücher, "Ein Garten", das 1948 erschien, beschreibt sie den Duft der Rosen und die Süße der Obstbäume in ihrem Garten.

Als erwachsene Frau arbeitet sie als Sonderschulpädagogin und veröffentlicht einige Kinderbücher und Ratgeber für Eltern zu Erziehungsfragen. Zudem widmet sie sich immer wieder ihrer großen Liebe: dem Garten. Als 1959 das Wohnhaus abgerissen wird, verwildert der Garten immer mehr.

Die Rettung kommt dann 1991: Dank einer Lesung aus Almas Gartenbuch wurden einige Frauen der Gesellschaft für Gartenkultur auf diese grüne Perle mitten in Hamburg aufmerksam und nahmen sich dem Garten an. Noch bis heute wird der Garten von der Stiftung für Denkmalpflege betreut.

Heute ist der Garten ein ganz uriger Ort mit Wildwuchs, der genau den Charme dieses romantischen Fleckchens ausmacht. Wer ein wenig Natur mitten in Hamburg erleben will, hat hier einen neuen Hot Spot gefunden.

Wenn im Sommer die Bienen über die Narzissen zurren und die Rosen aufblühen, gibt es kaum einen schöneren Ort in Hamburg. Ein Besuch lohnt sich übrigens auch im Frühherbst: Ab September könnt ihr die ersten Äpfel im Gras finden…

Ein romantischer Ausflug durch Eppendorf

Garten der Alma de l'Aigle