Man trifft sie immer öfter. Im Großmarkt, beim Gastroausstatter, auf Fachmessen: Hobby-Küchenchefs, Profigriller sowie Offtime-Connaiseure. Und alle vereint die gleiche Mission: Stets das beste Equipment zu ergattern. Während wir alle in studentischen Wohnheimküchen das Nudelwasser noch mit abgeschrägtem Topfdeckel abgegossen haben, filetiert der Eimsbüttler Teilzeit-Sushimeister den Zuchtlachs aus dem Edelsupermarkt heute mit seinem Yanagi-Ba-Messer.

Haebel hat Hunger

Die Ausstattung spielt eine immer größere Rolle in unseren heimischen Kochtempeln. Was vor 20 Jahren noch die Heimwerker-Garage war, die an den Wänden hängenden Werkzeuge, deren Umrisse mit einem schwarzen Edding fein skizziert waren, ist es heute die Outdoor-Küche mit Smoker und Pizzaofen oder die maßangefertigte Kochinsel mit achtfachem Induktionsfeld und absenkbarer Abzugshaube. Auf der einen Seite ist das großartig, denn es zeigt in erster Linie, dass mancher für sein Essen keinen Aufwand, keine Mühe scheut. Doch was bringt die beste Bratpfanne der Welt, wenn das Steak von minderer Qualität ist? Wozu ein Schamottstein-Grill, wenn auf dem Rost nur Würstchen vom Discounter landen?

Überall waren die Märkte der Mittelpunkt des jeweiligen Stadtviertels und völlig unabhängig vom Wochentag wahnsinnig stark besucht. Das macht Mut. Denn nicht nur ich wünsche mir einfach, dass das Augenmerk wieder auf die Qualität dessen gelegt wird, was auf unseren Tellern landet.

Versteht mich nicht falsch, ich weiß was ihr hierauf sagen wollt: „Don't bite the hand that feeds you“. Und ihr habt natürlich recht. Ich profitiere von einem steigenden Interesse am Küchenhandwerk und an Kochbüchern. Mein neustes Kochbuch „It's Market Day“ porträtiert die schönsten und aufregendsten Märkte Europas. Egal ob in Paris, London, Amsterdam oder auf Sizilien, in Madrid, Kopenhagen oder Wien – überall waren die Märkte der Mittelpunkt des jeweiligen Stadtviertels und völlig unabhängig vom Wochentag wahnsinnig stark besucht. Das macht Mut. Denn nicht nur ich wünsche mir einfach, dass das Augenmerk wieder auf die Qualität dessen gelegt wird, was auf unseren Tellern landet. Auf das Lebensmittel. Einen Blumenkohl in Spitzenqualität (Ja, da gibt es himmelweite Unterschiede) kann ich im Billigtopf oder auf offenem Feuer garen – völlig egal. Mittelmäßige Standard-Qualität wird auch in der Kasserole für 300 € nicht besser. Frei nach dem Motto, es kommt auf den Fahrer an, und nicht aufs Gefährt. So. Deshalb möchte ich euch eine kleine Liste an die Hand geben, was man in seiner Küche zuhause wirklich benötigt.

Kurz vorweg; euer wichtigstes Werkzeug habt ihr immer bei euch. Eure Hände.
Fühlt euer Essen, knetet den Teig mit euren Fingern, auch wenn es anstrengend ist - er wird es euch danken. Salzt nicht mit einem Löffel, sondern mit euren Fingerspitzen. Ihr habt eine viel bessere Kontrolle. Außerdem könnt ihr so die Flocken eures handgeschöpften Meersalzes besser zerkrümeln.

Nun aber zum Equipment: Ein japanisches Santoku-Messer, ein Filetiermesser, ein Brotmesser und ein Tourniermesser sind für den Start völlig ausreichend. Mehr braucht es nicht. Damit wir mit unseren scharfen Klingen auch sauber arbeiten können, bedarf es einem Schneidebrett. Ich bevorzuge Holzbretter aus Eiche oder Zypresse mit einer Dicke ab 5 cm. Die halten nicht nur ein Leben lang und können sogar abgeschliffen werden, sie sind zu dem auch noch antibakteriell, frei von Plastik und Schadstoffen, biegen sich nach einer Runde im Geschirrspül-Spa nicht nach oben wie Emmentaler in der Sonne und sehen last but not least auch verdammt gut aus. Investiert in gute Töpfe, Bräter und Pfannen. Sie sind nicht nur lange haltbar, sondern gehen locker als Deko-Element in jeder Küche durch. Damit habt ihr die Basis und das Teuerste (mal von Küchenmaschinen abgesehen) ist erledigt. Messer, Schneidebrett, Töpfe und Pfannen. Wasser habt ihr eh fließend und alles Weitere ist Bonus.

Küchenhelfer erleichtern das Leben, aber ihr braucht sie nicht zwingend. Investiert lieber in die Qualität eurer Zutaten! Einen Nudelteig kann man auch mit einer Riesling-Flasche ausrollen. Ein Plattier-Eisen wird überflüssig, wenn ihr einen guten Stil-Topf mit doppeltem Boden habt. Eine Knoblauchpresse sollte eh nicht existieren, und ein Gummischaber kann auch durch die Handkante ersetzt werden. Das Abgießen von Kochwasser ohne Sieb war ja bereits Thema...

Ich freue mich über Zusendungen von Fotos aus euren Küchen und eure Kommentare, auf welches Tool ihr auf gar keinen Fall verzichten könnt.

Hungrig bleiben!

Euer Fabio

Haebel hat Hunger

Haebel

Paul-Roosen-Straße 31, 22767 Hamburg

Öffnungszeiten: Di - Sa: 17:30 Uhr (Reservierung empfohlen)

Telefon: +49 151 72423046

E-Mail: eat@haebel.hamburg