Das Internationale Maritime Museum Hamburg ist rundum beeindruckend. Die Sammlung ist eine der größten und am besten erhaltenen der Welt. Stifter Prof. Peter Tamm erhielt als 6-Jähriger das erste Einzelstück für seinen persönlichen Fundus – heute zählt er mehrere Tausend Stück. Durch das Museum im denkmalgeschützten Kaispeicher B, einem historisch bedeutendem Ort für den Hamburger Hafen, soll Peter Tamms Privatsammlung die Zeit überdauern und zukünftigen Hamburger Generationen die Geschichte der Seefahrt näherbringen.

3000 Jahre Seefahrtsgeschichte zum Anfassen Internationales Maritimes Museum//vdl

Meer, Freiheit, Hoffnung

Die Reise mit den ersten Schiffen eröffneten unseren Vorfahren neue Welten. Die Seefahrt ermöglichte ihnen, aus gewohnten Strukturen auszubrechen und neuen Horizonten entgegen zu segeln. Historische Globen und Seekarten zeigen, wie sich unser Weltbild seitdem verändert hat.

An Deck des Kaispeicher B in der Hamburger HafenCity begibt man sich auf eine Reise durch 3.000 Jahre Seefahrtsgeschichte. Auf neun Decks werden die Besucher durch verschiedene Epochen geführt. Dabei orientiert sich die Führung an ausgewählten Schiffsmodellen: Phönizische Galeeren, Drachenboote der Wikinger und die Koggen der Hansezeit sind nur einige der beeindrucken Exponate. Insgesamt 40.000 Einzelstücke sowie mehr als eine Million Fotografien gehören zur Sammlung des Museums - damit ist sie eine der größten weltweit.

Auf 9 Decks erleben Sie, wie die Natur den Menschen herausfordert und ihm immer wieder seine Grenzen aufzeigt. Und sie erkennen, wie Neugier und Machtstreben die Entwicklung der Seefahrt vorantreiben.Internationales Maritimes Museum Hamburg Website
Christian O. Bruch
Museumsgründer und Stifter Prof. Peter Tamm

Peter Tamms Anker in der Hamburger Geschichte

Mit 6 Jahren entdeckte Peter Tamm seine große Leidenschaft für Artefakte aus der Schifffahrts- und Marinegeschichte. Keine große Überraschung, schließlich stammt er aus einer Hamburger Seefahrerfamilie und absolvierte später seine Ausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, das heute in Kiel als Museumsschiff vor Anker liegt. Modelle, historische Karten, nautische Geräte, Uniformen und Abzeichen – Tamms Sammlung erzählt einen bedeutsamen Teil der Weltgeschichte und der Stadt Hamburg: Der Hafen ist bis heute das Herz der Hansestadt.

Peter Tamm sah als seine Pflicht die Geschichte zu bewahren und sie für zukünfigte Generationen zugänglich zu machen. So gründete er 2002 die Peter Tamm Sen Stiftung und eröffnete 2008 das Internationale Maritime Museum danke der Unterstützung zahlreicher nationaler Unternehmen und der Stadt Hamburg. Es war die erste große Kultureinrichtung der HafenCity, an einem Ort, an dem sich einige Geschichten, die das Museum lebendig hält, wirklich zugetragen haben.

Prof. Peter Tamm schrieb einmal er sei stolz „dass unser Museum Teil eines visionären Projektes ist und ich jeden Tag miterlebe, wie auf dem historischen Fundament unserer Stadt etwas Neues entsteht“. 2016 verstarb der Hamburger Ehrenbürger im Alter von 88 Jahren. Mit seiner Sammlung im Museum hinterlässt er ein Erbe, das zahlreiche Hamburger Generationen bewegen wird.

Willkommen an Deck!

Deck 1: Die Entdeckung der Welt: Navigation und Kommunikation

Deck 2: Mit dem Wind um die Welt: Schiffe unter Segeln

Deck 3: Geschichte des Schiffsbaus: Vom Handwerk zur Wissenschaft

Deck 4: Dienst an Bord: Im Zeughaus der Geschichte

Deck 5: Krieg und Frieden: Marinen der Welt seit 1815

Deck 6: Moderne Seefahrt: Handels- und Passagierschifffahrt

Deck 7: Expedition Meer: Das letzte Geheimnis der Erde

Deck 8: Kunstsammlung: Marinemalerei und Schatzkammer

Deck 9: Modelle: Die große Welt der kleinen Schiffe

Die Vielfalt der Exponate ist beeindruckend. Im Museum kann man als Besucher gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. Einige Einzelstücke sollte man sich aber auf keinen Fall entgehen lassen:

Auf dem ersten Deck wird bereits deutlich, welche große Kunst die Seefahrt ist. Für die Bestimmung des Kurses brauchten Seeleute eine ruhige Hand. Kronenkompasse aus feiner Handarbeit versetzen die Besucher ins Staunen.

Auf Deck 3 findet man eines der ältestes Exponate: eine Art Kanu aus der Elbe bei Geesthacht. Der Baumstamm wurde vermutlich mit einfachen Werkzeugen ausgehöhlt und ist Jahrtausende alt.

Das kostbarste Exemplar ist der „Atlantis Majoris“ von 1657 – der erste in den Niederlanden gedruckte Meeresatlas.

Die Fantastische Welt der Ozeane

Der Meeresforschung wurde im siebten Stock ein eigenes Deck gewidmet. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit führenden wissenschaftlichen Institutionen gestaltet und zeigt Forschungsgeräte sowie Proben aus den Meeren. Begleitet werden die Besucher von fantastischen Unterwassergeräuschen und Aufnahmen aus der Tiefsee. Man taucht vollständig in eine andere Welt ein.

Das beeindruckende Museumsgebäude in der HafenCity.

Eine historische Location

Über eine der Brücken am Störtbeker Ufer in der HafenCity spaziert man direkt auf das imposante Gebäude mit seinen 10 Stockwerken und der Fassade im neugotischen Stil zu. Der Kaispeicher B ist Hamburgs ältestes, erhaltenes Speicherbauwerk. Er wurde 1878 zehn Jahre vor dem Bau der Speicherstadt und der Einrichtung des Freihafens als Getreidesilo errichtet. Ab 1884 wurden hier Tabak, Rum, Wein, Getreide und Tee gelagert.

„Das heute denkmalgeschützte Gebäude erforderte viel Fingerspitzengefühl bei der Restaurierung. Allein 50.000 Steine mussten von Hand herausgestemmt, überarbeitet und wieder eingesetzt werden“, schrieb Prof. Peter Tamm. Hier am Puls der Hansestadt wurde Geschichte geschrieben; einen schöneren Standort hätte man für die beeindruckende Sammlung nicht finden können.

3000 Jahre Seefahrtsgeschichte zum Anfassen

Internationales Maritimes Museum

Koreastraße 1, 20457 Hamburg

Öffnungszeiten: Mo - Mi: 10 - 18 Uhr, Fr - So: 10 -18 Uhr

Telefon: +49 40 300 92 300